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in der letzten zeit gab es einige offene stellungnahmen zu der ost-west-situation. (komisch, das so antiquiert zu formulieren, befremdlich und unangenehm, weil wir doch weiter sein wollten). polnische intellektuelle appellieren an europa, sich putins russland stärker zu widersetzen, putin hält eine rede an die nation und sieht russland als opfer des westens, obama hält eine rede, in der er putins politik als improvisiert, nationalistisch und rückwärtsgewandt analysiert und deutsche prominenz appelliert an die bundesregierung, sich doch bitte daran zu erinnern, daß man eine besondere verantwortung für die friedenswahrung hat; und sie appellieren an die medien, doch bitte nur genau recherchiertes zu veröffentlichen, woraufhin medien erstmal genau recherchiert veröffentlichen, daß sie ja wohl nie anderes machen.

ich glaube nicht, daß wir alle, die wir so leben, zwischen morgens aufstehen und abends schlafengehen, zwischen zu-hause-freud-und-leid und arbeitsanforderung, zwischen spaß- und pflichtbewußsein, kriege verhindern können. aber wir können auf uns gucken, wie wir so umgehen, mit unseren nächsten, den angenehmen und den weniger angenehmen, den gewollten und den pflichten, den schönen und den unschönen. und wir können gucken, ob das so gut war, das gesagte wort oder die getane tat, oder das verzogene gesicht, oder die spitze. ob wir wirklich immer so verletzt sein müssen, ob wir wirklich immer recht haben müssen und ob wir wirklich immer angreifen müssen.

klar, kann sein, daß wir menschen so sind: rechthaberisch, besserwissend, irgendwie immer angegriffen, immer im nachteil.

großzügigkeit ist eindeutig mehr als spenden, großzügkeit fängt manchmal schon morgens noch vor dem aufstehen an, geht mit ins bad, sitzt am frühstückstisch gegenüber, sieht dann anders aus in der straßenbahn oder im auto auf der straße nebenan, kriegt wieder ein anderes gesicht in fahrstühlen, auf der rolltreppe, beim bäcker, beim arzt, im kaufhaus, hat manchmal nur eine stimme, beim geschäftsgespräch, beim bestellen, ist manchmal nur ein adressat in briefform oder als mail.

ich kling wie ’ne predigt, das wort am sonntag; ich kling so, als wollte ich was komplett selbstverständliches erklären; ich komme mir grad doof vor. und trotzdem laß ichs hier stehen. weil ich echt sehr entsetzt bin darüber wie wenig diese selbtverständlichkeit des respektvollen umgangs tagtäglich umgesetzt wird, von mir und von anderen.

eigentlich ist es so einfach…

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