Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

ich will nicht direkt mit dem ersten beitrag 2015 historisch langweilen und die vielzahligen beispiele der weltweiten geschichte für wirtschaftsflüchtlinge, auch gerne armutsflüchtlinge genannt, aufführen. ich will mich viel grundlegender dem unwort nähern.

vielleicht liegt es ja an den ganzen tollen auswanderserien, die im fernsehen so erfolgreich laufen, daß so viele menschen glauben, das ist ein klacks und macht spaß, quasi wie urlaub auf dauer. die meisten können das ja eigentlich nicht für sich vorstellen, aber wenn man das so sieht…

anders kann ich mir nicht erklären, wie man auf die idee kommen kann, aus wirtschaftlichen gründen, aufgrund von armut seine heimat, seine familie, all das, was man kennt, zu verlassen, wäre kein anerkennungswürdiger grund für eine flucht.

per definition ist ein wirtschaftsflüchtling (ein anderer schöner begriff ist ‚wohlstandsflüchtling‘ – ach, welch einfallsreichen geister am werke waren) jemand, der das asylrecht dafür mißbrauchen will, sich in einem wirtschaftlich besser gestelltem land niederzulassen. das erklärt natürlich, warum die fernsehauswanderer nicht dazugehören, denn sie gehen ja in keine wirtschaftlich besser gestellten länder, sondern nur in länder, wo es ein bißchen einfacher sein soll, schnell reich und glücklich zu werden…achja, und dank dem jeweiligen sender-startgeld müssen sie auch gar keine asyl beantragen, sondern starten gleich mit existenzgründung.

in deutschland ist diese überzeugend klare begrifflichkeit ja bereits 2013 aufgekommen, als man sich allerorts über die offenen grenzen nach osteuropa sorgte. war ja auch klar, kommen doch eh nur ‚zigeuner‘ mit der ganzen sippe und dicken geldrollen in der tasche und wollen hier sozialgeld abzocken. (spannend fand ich da ja, daß auch unsere türkischen mitbürger zu diesem thema nicht vorurteilsfrei diskutierten…aber das ist ein anderes thema).

wir sollten das pauschalieren ablegen. wir sollten hinsehen und das sehen, was es zu sehen gibt: menschen. wir sollten ihnen nicht zum vorwurf machen, daß sie für ihre angehörigen sorgen wollen. wir sollten es ihnen nicht zum vorwurf machen, daß sie es besser haben wollen. das land zu verlassen, weil man ansonsten keine option hat, die erfolgversprechend ist, ist ein guter grund und vor allem ist es kein vergnügen und auch kein spaß.

wir sind sehr weit weg von einer gerechten welt und sehr reich versehen mit arroganten bestimmern. umgekehrt wäre besser! eine neue asylpolitik muß her, denn so wie es jetzt ist, sorgt es dafür, daß wir auch in zukunft die berichte darüber sehen und hören werden, wie gut das geschäft mit flüchtlingen ist.