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Deshalb ist auch die faktische Frage, ob Tierversuche für den Menschen nützlich sind, moralisch irrelevant: Tierversuche sind falsch, unabhängig davon, ob sie für den Menschen nützlich sind. Die legitime Frage ist nicht: ‚Wieviel Gesundheit können wir maximal erzeugen?‘, sondern: ‚Wieviel Gesundheit können wir auf ethisch zulässige Weise erzeugen?‘ Die – echte oder vermeintliche – Nützlichkeit von Tierversuchen ist überhaupt kein ethisches Argument: Es gibt viele Dinge, die nützlich wären, aber dennoch unmoralisch und verboten sind, zum Beispiel Menschenversuche.

Helmut F. Kaplan

am montag will das europäische parlament über die eu-bürgerinitiative „stop vivisection“ debattieren, deren ziel der ausstieg europas aus sämtlichen tierversuchen in der forschung ist. die initiative hat ca 1,2 millionen unterstützer. klingt viel, im verhältnis zur gesamt-eu-einwohnerzahl von etwas mehr als 500 millionen dann nicht mehr ganz so.

ein tübinger hirnforscher hat in der letzten woche verkündet, seine forschungen an primaten nach 18 jahren einzustellen. grund waren monatelange anfeindungen durch tierschutzaktivisten. tierversuche findet er immer noch sinnvoll, denn weitermachen wird er mit nagetieren. ich glaub ja nicht, dass die tierschutzaktivisten das jetzt besser finden werden und deshalb weniger protestieren werden. denn laut aktuellen zahlen wurden 2 605 004 nagetiere 2013 als versuchstiere verwendet – und „nur“ 2 165 primaten.

es wäre interessant zu wissen, wo wir medizinisch stünden, wenn es keine tierversuche gegeben hätte. die frage wird sich nie beantworten, denn selbst wenn jetzt alle aufhören würden, hat es sie ja all die jahre gegeben. und ganz sinnlos werden sie ja auch nicht gewesen sein, wenn auch höchstwahrscheinlich unnötig.

aber ach, was spinn ich rum…es wird nie dazu kommen, die pharmalobby ist viel zu sehr daran interessiert, dass es tierversuche gibt: lieber erstmal mit einem neuen stoff ein bißchen rumspielen ganz ohne risiko. und außerdem finden ja auch 16 nobelpreisträger, daß es diese versuche weiterhin geben soll.

ich persönlich glaube, dass es ohne tierversuche einige medikamente viel schneller geben würde und dadurch viel eher menschenleben geschützt werden könnten…und dass es auch ein paar medikamente gar nicht so lange mit verheerenden folgen auf dem markt gegeben hätte, weil man dann gar nicht erst dahin kommen mußte zu merken, dass sich tierversuchsergebnisse nicht unbedingt auf den menschen übertragen lassen.

der mensch steht über dem tier. und da der mensch dann aber manche tiere noch lieber hat als andere, sei es lebendig oder zubereitet, will er diese schützen: im jahr werden etwas mehr als 23 tausend tierversuche unternommen, die der herstellung veterinärmedizinischer produkte dienen. ist also alles immer noch steigerungsfähig.