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vorab sage ich: kultur ist ein existenzielles gut, erhaltenswert und auch die theoretische auseinandersetzung damit wichtig. egal welchen ausdruck von kultur, ob fremd oder vertraut, ob begreiflich oder unbegreiflich, sollte mit respekt begegnet werden.

der duden definiert kultur so:

a: gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden leistungen einer gemeinschaft als ausdruck menschlicher höherentwicklung

b: gesamtheit der von einer bestimmten gemeinschaft auf einem bestimmten gebiet während einer bestimmten epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden leistungen

extremisten im mißbrauchten namen des islams haben mit der übernahme palmyras einmal mehr gelegenheit, ein weltkulturerbe zu zerstören. seit tagen ist dies thema in den nachrichten, immer mit der bangen sorge, daß da einzigartiges zerstört werden könnte. manche berichte, gerne auch in der tagesschau, berichten kein wort über die menschen, die von den gleichen irren bedroht werden. bisher weiß man noch nichts von einer zerstörung der ruinen, allerdings von einer vernichtung von mindestens 400 menschenleben. ich finde es bemerkenswert, daß der aufschrei so groß ist, wenn kultur zerstört wird, und so gering, wenn menschen getötet werden. wenn es möglich gewesen wäre, die ganzen antiken stellen rechtzeitig nach berlin ins museum zu holen, würde es den vormarsch der terroristen wahrscheinlich nicht bis in die tagesschau schaffen. mir fehlt da die kultur.

zum schutz der archäologischen stätte wird von verschiedenen seiten gefordert, militärische mittel einzusetzen. es läßt sich nicht klar festellen, wie groß die zahl der todesopfer durch diese terroristen ist, 10 000, 100 000, aber die militärischen maßnahmen erscheinen bisher nicht so wirklich gegriffen zu haben, (außer, daß sie höchstwahrscheinlich noch die zahlen erhöht haben) – da ist es natürlich eine geniale idee, sie auszuweiten.

ich hab keinen schlauen vorschlag. ich bemerke nur, daß aus geschichte offensichtlich nicht gelernt werden kann, sonst hätte sich doch afghanistan und die taliban-problematik unmöglich wiederholen dürfen. und so frag ich mich, wie wichtig ist es wirklich, uralte steine zu bewahren, wenn selbst das wissen der neusten geschichte keinen wert hat. und menschenleben offensichtlich keinen wert haben, wenn das töten nur schön weit genug weg ist.

ein hoch auf die kultur!