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die zeit betitelt es als den „zaun der unmenschlichkeit“ – ich denke, er ist doch allzu menschlich. wir reagieren alle so im kleinen: verdrängen, wegsehen, hecke hochziehen, und müssen genauso häufig erfahren, wie wenig es nutzt. es ist immer klüger, nachhaltige lösungen zu finden, vorausschauend auch unpopuläre maßnahmen zu ergreifen. für uns selbst gelingt es seltenst – also besser nicht wundern, daß es im großen genauso wenig gelingt.

die eu ist da keine ausnahme. schon seit jahren steckt sie eine menge geld in verschiedenen ländern in grenzzäune, die die flüchtlinge abhalten sollen, unseren wohlstand zu gefährden. die flüchtlingsströme werden damit nicht gestoppt, im gegenteil, die zahlen steigen, weil not keine grenzen kennt – und weil abschotten auch sehr verlockend wirkt. es ist schon ein wenig uneuropäisch mit dem schengener abkommen im hintergrund und auch unhuman. passenderweise hat die eu auch mitglieder, die sich ganz gut als buhmänner eignen, weil sie so brutal und undemokratisch und so gar nicht europafortschritslike wirken. in diesem fall ist es ungarn, das einen 175 km langen zaun richtung serbien aufziehen will, um den zustrom der flüchtlinge zu stoppen. darüber läßt sich wunderbar aufregen, ohne darüber zu reden, daß die eu selbst solche zäune in spanien, italien, bulgarien oder ähnlich strukturierte schutze auf dem meer mit eu-geldern finanziert.

und insgesamt wird darüber vergessen, wie unglaublich entsetzlich und menschenverachtend mit der gesamten flüchtlingssituation umgegangen wird. weil man lieber verdrängt, statt nachhaltige, aber unangenehme lösungen anzugehen.

gleichzeitig gibt es so viele menschen, die helfen wollen, die aber oft ignoriert oder sogar in ihrem freiwilligen dienst behindert werden. und die menschen, die aus einem elend flüchten, landen zu oft im verlockenden europa in ein nächstes elend.

es ist eine illusion, irgendwas von uns fernhalten zu können, aber wie gern klammert sich der mensch daran. so war es schon immer, so ist es jetzt, so wird es immer sein.

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