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‚orte wie freital bei dresden gibt es einige dieser tage, an allen ähnliche situationen und gleiche probleme. in freital wirkt aber alles noch mal besonders.

die politik hat es nicht geschafft, ordentlich mit den bürgern zu kommunizieren, daß ein hotel spontan zur erstaufnahmeeinrichtung wird. bis zu 400 flüchtlinge sollen dort untergebracht werden und die menschen erfahren es erst, als die busse mit den ersten asylbewerbern ankommen. das ist überall eine dumme und unverzeihliche politische nachlässigkeit. das thema brennt, da muß man reden, da müssen die menschen vor ort auf jeden schritt mitgenommen werden. das verhindert zwar auch nicht generell proteste, aber es nimmt doch vielem das material. in freital wirkt die nähe zu dresden und damit zur pegida und zu ihrem chef, der vor ort wohnt, erschwerend. wie man besonders dort so blöd sein konnte, nicht zu kommunizieren, ist mir echt ein rätsel. besseres hätte man ihm nicht bieten können – und weil ihm in dresden die menschen weglaufen, kommt ihm der neue handlungsspielraum nur zu recht.

aber selbst wenn er nicht auftaucht, sind hundert andere da und stacheln sich gegenseitig mit markigen sprüchen auf. was kann man mit diesen menschen machen? sie als dumm abstempeln ist selbst dumm. gebildet sind die menschen oftmals sehr – leider nicht mit den dingen, die wir so im allgemeinen als bildung ansehen. und es hilft auch wenig, dass es der allgemeinen positiven entwicklung von kultur und offenheit und toleranz zu verdanken ist, daß auch diese menschen glauben, sich endlich äußern zu dürfen. es ist ihr recht. tja.

und was macht man mit den aberwitzigen vorwürfen, daß amerika an allem schuld ist, weil sie überall auf der welt kriege schüren, damit nach deutschland die flüchtlinge kommen und damit das deutsche volk destabilisieren. und überhaupt: brd, gibts ja gar nicht, wenn die besatzungsverträge auslaufen, besteht das deutsche reich fort.

was macht man mit den menschen, die glauben, alle fremden sind diebe und vergewaltiger und mörder und betrüger? aber selbst sich nicht zu schade sind, den flüchtlingsunterstützern, die sich tag für tag schützend vor das heim stellen, zuzurufen:“linksfaschistenpack, wir haben euch zum kotzen satt! wir wollen euch hängen sehen!“ – übrigens nicht nur so dahergesagt: tag für tag werden die freiwilligen helfer auf ihren heimwegen aufgelauert, verfolgt, bedroht und verletzt. da müssen auf jeden fall strafen her!

was macht man mit denen, die keine skrupel mehr haben zu fordern, man sollte einem bus mit flüchtlingen in den tank schießen, oder man solle auschwitz und buchenwald wieder aufmachen?

vielleicht sollte sich jeder, der dort steht, einen flüchtling aussuchen. der soll dann sagen, wo er her kommt. dann nimmt man den ‚besorgten bürger‘ und versetzt ihn für eine woche oder so an genau diesen ort. ob er danach immer noch findet, recht auf flucht darf es nicht geben?

politiker vor ort stellen fest, daß es höchste zeit sei, „daß die zivilgesellschaft offen widerspruch leistet und die flüchtlinge in schutz nimmt“ ist mit recht ein sehr schöner anspruch, es wäre noch schöner gewesen, die die vor ort die verantwortung haben und geld dafür bekommen, hätten das auch vorgelebt. zum glück gibt es dort menschen, die auch ohne vorbilder es als ihre pflicht sehen, dort zu stehen und die flüchtlinge zu schützen und mit menschlichkeit zu versorgen.

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