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ich bin in dänemark, auf der insel møn, um genau zu sein. anderthalb tage haben gereicht, um jede menge donnerkeile zu finden, aber nicht, um festzustellen, ob die dänen rechts, ausländerfeindlich und offen für platte rhetorik sind. ich werde es auch nach vierzehn tagen nicht wissen, obwohl hier ziemlich viele ganz gut deutsch und so ziemlich alle englisch sprechen.

die dänische volkspartei, im allgemeinen als rechtspopulistisch bezeichnet, wurde zweitstärkste partei bei den dänischen parlamentswahlen vor zwei wochen – und jetzt ist pia kjærsgaard zur parlamentspräsidentin gewählt worden. wenn man die situation googelt, erfährt man, das dänemark einen rechtsruck erlebt, asylgesetze verschärft werden und die gewählte person eine rassistische haltung hat, was ihr 2003 von einem gericht bestätigt worden ist.

die dänische volkspartei regiert nicht, aber die regierenden liberalen sind mit ihrer minderheitsregierung von den stimmen der dv abhängig – und diese kann jetzt lustig ihre forderungen diktieren.

es ist also so, daß die dv sich nicht die finger verbrennen wird und trotzdem ihre kartoffeln gar werden.

aber was heißt es noch?

egal, ob die liberalen oder die sozialdemokraten gewonnen haben – beide hätten das gleiche gemacht: regieren mit minderheit und bei den rechtspopulisten anbiedern, was die, wie sich zeigt, gerne annehmen. und beide, doch eigentlich demokratischen parteien, haben nicht gemerkt, daß die wähler von ihnen nicht die gleichen themen wollen. doch was sie eigentlich wollen? vielleicht wissen sie es selbst nicht, außer vielleicht, daß sie nicht weiter das wollen, was sie bisher bekamen. sind es auch ‚besorgte bürger‘? fakt ist, daß die demokratischen parteien definitiv nicht wissen, was die wähler wollen – in dänemark nicht, in frankreich nicht, in europa nicht. in deutschland fällt es noch nicht so auf, weil die jeweiligen alternativen, wenn sie fulminant zugewonnen hatten, sich selbst zersetzten. aber dafür gibt es ja jetzt die alternative von der strasse.

ich hab keine lösungen, ich glaube nur, daß es dumm ist, sich die gegebenen situationen nicht von allen seiten anzuschauen, sondern zu glauben, besser zu wissen, was sache ist. das wird sich rächen. die presse macht mit, sonst wäre es heute vielleicht keine erwähnenswerte information, was ein gericht zu pia kjærsgaard 2003 gesagt hat. klar, ist eine rassistische haltung eine wichtige information – nur nicht für die trotzigen unter uns. und so wiederhole ich die frage der letzten woche: was kann man mit ihnen machen?

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