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alfred nobel war ein gebildeter und vielseitig interessierter mensch, dem es gegeben war, seine fähigkeiten auch positiv einzusetzen und der durchdrungen davon war, der menscheit gutes zu hinterlassen. naturwissenschaften waren sein hauptarbeitsgebiet, literatur seine große liebe und der frieden seine große sehnsucht, wohl vor allem geprägt durch intensive kommunikation mit der pazifistin bertha von suttner. den nobel-preis kennt heutzutage jedes kind und die bedeutung hat über die 114 jahre seiner verleihung nicht abgenommen – auch wenn das preisgeld 2012 um 20% gesenkt wurde. der nobel-preis ist im wahrsten sinne des wortes eine auszeichnung.

interessant ist, das herr nobel in seinem testament vorsah, daß diejenigen aus den bereichen physik, chemie, medizin, literatur und frieden den preis bekommen sollen, die „im verflossenen jahr der menschheit den größten nutzen geleistet haben“ (http://www.nobelprize.org/alfred_nobel/will/will-full.html). das war von anfang an ein problem der nobel-stiftung und auch dieses jahr ist wiedermal nur der friedensnobelpreis ziemlich zeitnah. bei den naturwissenschaften wurden dagegen jahrzehntealte forschungen ausgezeichnet und es liest sich ein bißchen komisch, wenn da von erkenntnissen lobend gesprochen wird, mit denen wir schon ziemlich ewig leben. und man fragt sich auch, was im schnitt 74 jahre alte wissenschaftler mit den 85000 € pro preis jetzt noch reißen wollen. nun ist das problem, wie gesagt, nicht neu und sicherlich werden die allermeisten preisträger es so machen wie der erste nobelliteraturgewinner sally prudhomme: nämlich das geld in eine stiftung für den nachwuchs, bzw. für weitere forschungen fließen zu lassen. und natürlich wäre es auch fatal, wenn man was aktuelles auszeichnet und es stellt sich dann bei genauerem hinsehen oder nach ein paar jahrzehnten als katastrophal heraus. ein dilemma allemal, aber das nobelkomitee bleibt da ja schon mehr als ein jahrhundert gelassen. vielleicht ist das ja auch gut so.

gefreut hab ich mich in diesem jahr über die erstaunliche positivpolitische preisträgerfindung in der literatur, wo man sich ja allzuoft dem unpolitsichen verpflichtet gefühlt hat. und daß man mit swetlana alexijewitsch sogar eine zeitchronistin, die eher eine journalistischen stil pflegt, geehrt hat, ist nachgerade modern zu nennen.

und der friedenspreis ist ein gutes signal für positive wandlungsprozesse. tunesien hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn man im steten dialog bleibt und den respekt nicht verliert. und es ist ebenfalls gut, daß angela merkel den preis nicht bekam – wäre doch etwas übertrieben gewesen.

jetzt bleibt den preisträgern nur noch zu wünschen, daß sie auf anderem gebiet dem oben erwähnten sally prudhomme nicht nachfolgen: in die bedeutungslosigkeit.