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wie so viele themen: schön weit weg und doch betrifft es uns permanent.

palmöl ist billig in der produktion, ausgesprochen ergiebig in der ernte und universell einsetzbar. es wird vorwiegend in indonesien und malaysia angebaut und weil die nachfrage groß ist, in riesigen monokulturplantagen. und da die nachfrage wächst in immer größeren monokulturplantagen. und für monokulturplantagen braucht man platz. und platz kriegt man, in dem man regenwälder abbrennt. abbrennen geht erstens schneller als das abholzen, zweitens läßt sich ja auch das holz nicht mehr so gut verkaufen und drittens hat man so direkt etwas dünger gewonnen. denn dünger brauchen so monokulturplantagen sachgemäß sehr viel.

soweit zu dem problem, das so schön weit weg ist.

nun zu dem permanent um uns rum sein:

  • ausgezeichnete hitze- und oxidationsstabilität (u.a. wegen dem hohen anteil ungesättigter fettsäuren) = kochen, braten, frittieren und backwaren, süßwaren und margarinen
  • hervorragende schmelzeigenschaft (bei raumtemperatur fest, bei körpertemperatur schmelzend mit angenehmen kühleffekt) = kakaoglasuren, eiskonfekt, cremeüberzüge und schnellschmelzende schokoladenfüllungen, toffees und karamell
  • tenside werden aus palmöl hergestellt (neben erdöl oder anderen tropischen ölen) und tenside sind grundlage aller reinigungsmittel, ob flächen oder körper. die reinigungsindustrie kann da im moment nicht auf palmöl verzichten
  • die kosmetikindustrie ebenso wenig, siehe „hervorragende schmelzeigenschaft“
  • hinzu kommen pharmaindustrie und tiermittelhersteller
  • außerdem ist palmöl ein wichtiger energielieferant geworden

alternativen gibt es grad nicht so richtig, aber dann gibt es ja zumindest die möglichkeit der nachhaltigen produktion, oder? ‚rettet den regenwald e.v.‘ sagt dazu:

Die großen Palmölerzeuger und -verbraucher haben zusammen mit dem WWF den Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) gegründet. Den Vorsitz des Labelvereins führt ein Manager des Unilever-Konzerns (Dove, Knorr, Rama usw.), der mit 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr zugleich der weltweit größte Palmölverbraucher ist. Ziel des Industrielabels ist es, die Produktion und den Absatz von Palmöl weiter zu steigern. Palmöl soll damit wieder hoffähig gemacht werden. Dabei schließt RSPO nicht einmal die Regenwaldrodung aus.

Die meisten der sozialen Aspekte, die durch den RSPO definiert werden, sind allgemeine Grund- und Menschenrechte, deren Einhaltung selbstverständlich sein sollte. Dennoch werden Bauern und Indigene von ihrem Land vertrieben, bedroht und verhaftet, wenn sie sich gegen den Landraub wehren. Die Einhaltung der Kriterien wird nicht ausreichend überprüft, Verstöße kaum geahndet.

Der Klimaschutz ist überhaupt nicht berücksichtigt. Mit dem Label wird die Öffentlichkeit getäuscht. Die zertifizierten Firmen werben mit „nachhaltigem“ Palmöl und roden trotz RSPO-Label weiter Regenwald. Der Palmöl-Konzern Wilmar, weltweit die Nummer 1, ist allein in Indonesien in 100 Land- und Menschenrechtskonflikte verwickelt. 256 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt haben bereits 2008 RSPO als Etikettenschwindel abgelehnt.

tja, was nun. wenns doch keine alternative gibt. und deklariert werden muß es ja auch nicht, wie soll man denn da…?

in diesem fall gilt wie immer: man kann sich informieren, z.b. hier:

https://www.regenwald.org/themen/palmoel/praktische-tipps

oder hier:

http://www.umweltblick.de/index.php/branchen/produkte-ohne-palmoel

und so tun, als ob es uns nichts angeht, geht eigentlich schon lange nicht mehr, alles kommt zu uns zurück, in form von flüchtlingen, schneelosen wintern, verheerenden stürmen, komischen krankheiten.

mir persönlich wird es nicht gelingen, auf palmenöl zu verzichten, aber ich werde sicherlich weniger verschwenderisch mit dem duschgel etc. morgens sein, mir gut überlegen, ob es wirklich der „general“ sein muß und außerdem mir jedes stück süßigkeit auf der zunge zergehen lassen.

 

und sonst so?: fand ich das noch sehenswert:

http://hoaxmap.org/

 

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