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ich schaff es nicht, mich über die panamapapiere aufzuregen. das soll jetzt aber nicht heißen, daß ich es unnütz finde, daß darüber berichtet wird. aber mich persönlich berührt es nicht, daß die eh schon reichen so viel angst vor verluste oder so viel gier auf noch mehr haben, daß sie solche methoden wählen.

mich regen andere dinge auf, zum beispiel wenn mir meine bank unaufgefordert einen brief schreibt und mich zu einer „genossenschaftlichen beratung“ einlädt, die wahrscheinlich den zweck hat, mir einen kredit aufzuschwatzen, der noch wahrscheinlicher nicht wirklich zu meinem vorteil ist. das mit dem kredit find ich jetzt gar nicht das schlimme daran, sondern viel mehr der mißbrauch des wortes „genosse“ mit der absicht, mir mit hilfe eines positiven wortes ein gutes gefühl zu geben und mich auf eine scheinbare gleichwertige ebene zu heben, die ich als bankkunde naturgemäß nie einnehmen kann. das finde ich schäbbich!

die bank steht da nicht allein, das genossenschaftliche wird zum beispiel auch gerne verwendet von wohnungsbaugesellschaften. vielleicht sind die ja nicht überall so ausgelegt wie hier bei uns. in meiner naiven vorstellung dachte ich, wenn man eine wohnung mietet bei der genossenschaft dann kauft man anteile und ist somit teil eines gemeinsamen. nee, weit gefehlt, man ist einfach nur mieter, dessen kaution noch nicht mal zinsen abwirft (ähm, ok, das ist jetzt kein richtiges argument) und auch nicht sofort zurückgezahlt wird, sondern erst ca. ein jahr später.

die idee der genossenschaften hatte ursprünglich das ziel, menschenwürdige arbeits- und lebensbedingungen zu schaffen durch teilhabe und gewährleistung von bezahlbaren preisen. sie basierte auf den grundsätzen der selbsthilfe, selbstverwaltung und selbstverantwortung. davon scheint mir heute nicht mehr viel übrig, wenn es auch ganz klar nicht ausreicht, von zwei schlechten beispielen auf das gesamte zu schließen. genossenschaften sind immer dann entstanden, wenn das herrschende system dazu führte, daß menschen auf der strecke blieben. heute scheint es mir so, als wollen die genossenschaften selbst noch mit denen, die auf der strecke bleiben, gewinne erzielen. vielleicht erliege ich ja einem zerrbild, schließlich gibt es jährlich einen tag der genossenschaften und 2012 war sogar genossenschaftsjahr. und vielleicht hab einfach noch nicht verstanden, wie toll das kapitalistische system ist.

oh, wie schön wäre eine alternative

und sonst so?:ist es interessant, was drei jahre für einen unterschied ausmachen: damals noch freiwild, heute gerngesehene gäste bei der echoverleihung